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Historischer Burggraben mittels Rammsondierungen entdeckt

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Am rechten Talhang der Zschopau Richtung Mittweida steht auf einem Bergsporn das Schloss Sachsenburg. Es geht in seiner Geschichte auf eine mittelalterliche Burganlage zurück und wurde auf deren Grundmauern durch vielfache Umbauten errichtet. Der sanierungsbedürftige Gebäudekomplex wurde auch in jüngster Vergangenheit zu unterschiedlichen Zwecken genutzt und verfiel seit den Jahren der Wende. Die Stadt Frankenberg/Sachsen, als Eigentümer, plant das Schloss nun zu einem kulturellen und touristischen Zentrum umzubauen. Im Zuge der erweiterten Planungsarbeiten wurde es notwendig, den Baugrund um das Gebäude zu erkunden.

IFB Eigenschenk + Partner wurde damit beauftragt, eine umfangreiche Felshorizonterkundung durchzuführen, um Aussagen für die Verlegung von Abwasserleitungen zu erhalten. Nun wurden rund um den Gebäudekomplex und im Innenhof des Schlosses Rammsondierungen ausgeführt.

Im Ergebnis wurde festgestellt, dass sich das Schloss auf festen Fels gründet und von unterschiedlich mächtigen Auffüllungen umgeben ist. Schon mit dieser ersten Erkenntnis wurden dem Bauherrn Hinweise gegeben, dass die talseitigen Stützmauern durch Bauarbeiten zum Einsturz kommen könnten. In einem ausführlichen Bericht wurde dem Bauherrn auch die geologische und hydrogeologische Situation geschildert.

Der Untergrund besteht aus Diabastuffschiefer. Dabei handelt es sich um ein verhältnismäßig weiches und dadurch wenig wasserdurchlässiges Gestein. Hangsickerwässer drücken auf der Felsoberfläche durch die Keller und Fundamente Richtung Zschopautal, was in den unteren Räumen auch deutlich wahrzunehmen gewesen ist. Da die Kellerräume des Schlosses, das dem Felsgefälle folgend teilunterkellert ist, zu benutzbaren Räumen ausgebaut werden sollen, sah die Planung vor, entlang der Fundamente innerhalb der Gebäude eine Drainage einzubauen. IFB sollte dabei die geotechnische Baubegleitung übernehmen.

Immer auf der Suche nach pragmatischen, kundenorientierten Lösungen wurde seitens unseres Unternehmens ein Vorschlag eingebracht, der die Problematik in einen völlig neuen Raum stellen sollte. Mit Rückblick auf die Baugeschichte des Gebäudekomplexes war es aufgrund der Lage der ehemaligen Burg anzunehmen, dass vor dem Nordflügel ein Burggraben mit Zugbrücke existiert haben müsste, der durch den Umbau zu einem Schloss verfüllt und heute nicht mehr sichtbar ist. Nach Durchsicht historischer Unterlagen und Vergleich mit Anlagen ähnlicher Exposition, wurde vorgeschlagen, sollte es diesen im Untergrund verborgenen Burggraben tatsächlich geben, in diesen einen Drainageriegel einzubauen, der die zufließenden Regen- und Hangsickerwässer vor den Gebäuden auffängt und seitlich ableitet. Im Verlauf der vermuteten Linie des Grabens entlang der bergseitigen Fassade des Schlosses wurde daraufhin mittels Rammsondierungen erkundet, dass die Felsoberfläche auf dieser Linie in einer Tiefe von bis zu über drei Metern unter der Schwelle des Schlosstores liegt. Somit war die Existenz des historischen Burggrabens erwiesen. Die darauf folgenden Erdarbeiten bestätigten dieses Ergebnis.

Der Drainageriegel befindet sich derzeit im Bau und wird die Trockenlegung der Kellergeschosse absichern.

 

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